Es gibt heute keine Sprache

Es gibt heute keine Sprache – es gibt eine Sprachlosigkeit und eine Ratlosigkeit. Der Sprache wird heute die Sprache genommen. Auf der einen Seite gibt es einen ungeheuren Lärm, einen Kommunikationslärm, auf der anderen Seite eine unheimliche Stummheit. Und diese Stummheit unterscheidet sich vom Schweigen. Schweigen ist sehr beredt. Schweigen hat eine Sprache. Stille ist auch beredt. Stille kann auch Sprache sein. Aber der Lärm und die Stummheit sind ohne Sprache. Es gibt nur sprachlose, lärmende Kommunikation, das ist ein Problem. Heute gibt es nicht einmal Wissen, sondern nur Information. Wissen ist etwas ganz anderes als Information. Wissen und Wahrheit klingen heute sehr veraltet. Wissen hat auch eine ganze andere Zeitstruktur. Es spannt sich zwischen Vergangenheit und Zukunft. Und die Zeitlichkeit der Information ist die Gegenwart, das Präsens. Wissen beruht auch auf der Erfahrung. Ein Meister verfügt über Wissen. Heute leben wir mit einem Terror des Dilettantismus.
Byung-Chul Han im Zeit-Interview

Die Suppe der Suppe der Suppe

Das ist einer der besten Nasreddin Hoca Witze überhaupt.

Als ein Verwandter vom Land den Hoca besuchte, brachte er eine Ente mit. Hocherfreut ließ dieser das Federvieh zubereiten und teilte das Mahl mit seinem Gast. In der Folgezeit tauchte ein Mann nach dem anderen beim Hoca auf. Jeder behauptete, ein Freund des Freundes des Mannes zu sein, der die Ente mitgebracht hatte. Der Hoca bewirtete sie alle, bis seine Mittel erschöpft waren. Als wieder ein “Freund” erschien, setzte Hoca ihm eine Schale Wasser vor. “Was ist das?” fragte der Gast erstaunt. “Das ist die Suppe der Suppe der Suppe der Ente, die mir mein Verwandter geschenkt hat.”

Limits to Growth

In 1972 the Club of Rome commissioned a study on growth trends in world population, industrialisation, pollution, food production, and resource depletion which was eventually published as a book called “The Limits to Growth.” They simulated different scenarios predicting what would happen until 2100 depending on whether humanity takes decisive action on environmental and resource issues. 40 years later the world pretty much matches the worst prediction.